Unter dem Patronat des Thurgauer Organistenverbands und des Katholischen Kirchenmusikverbands fuhren am Michaelistag 2006

ein gutes Duzend Organistinnen und Organisten aus dem Thurgau in die Stadt Zug, die dem besonderen Schutz des Erzengels anvertraut ist - dies erfuhren wir bei der Besichtigung der kath. Kirche St. Oswald. In der reformierte Kirche ganz in der Nähe des Bahnhofs steht eine Goll-Orgel von 1995. Das helle, ansprechend modern gestaltete Ahorngehäuse mit den dekorativen silbern und golden glänzenden Prinizpalpfeifen dominiert den mit den orientalisch anmutenden, in mint, blau und weiss gestalteten Kirchenraum. Mit einem ausgiebigen Konzert-Programm stellte uns der “Hausorganist” Hans Jürgen Studer die verschiedenen Klangmöglichkeiten des Instruments vor. Ihre klangliche Vielfalt zeigte die Orgel besonders in den Variationen über ein amerikanisches Volkslied “the last Rose of Summer”. Bei einer der Variationen kam auch der “Zimbelstern” - eine Art Glockenspiel - zum Einsatz und dabei fing das auf der Orgel wie eine Ballon angebrachte “Sonnensystem” - ein Stern ist es nicht! - sich an zu drehen.

Nach einem feinen, gemütlichen Mittagessen und einem kurzen Spaziergang in die Altstadt trafen wir uns in der Kirche St. Oswald mit Marco Brandazza. Die Orgel wurde im 18. Jh. von Viktor Ferdinand Bossart erbaut, Ende 19. Jh. durch einen Neubau von Friedrich Goll ersetzt und Ende 20. Jh. durch die Firma Metzler (Bernhard H. Edskes) rekonstruiert. Dieses Instrument eignet sich hervorragend für barocke Musik, was eine spontane Demonstration von Bruno Sauder eindrücklich bewies. Zum Schluss besuchten wir das kleine Schwesterinstrument in der Liebfrauenkapelle. Die Orgel klebt an der Brüstung der Empore. Als Organist sitzt man quasi hinter dem Instrument vor einer hölzernen Wand.

Dem See entlang ging’s anschliessend zurück in Richtung Bahnhof. Unterwegs gab’s noch einen Espresso und ein Stück Kirschtorte, dann fuhren wir zurück in die Ostschweiz. Im Zug wurde noch weiter diskutiert und die Gelegenheit zum Austausch genutzt, was ja auch der Sinn und Zweck eines solchen Ausflugs ist. Herzlichen Dank an Bruno Sauder für die Organisation!

KKVT / Béa Mory