Wo - verehrte Damen und Herren - gibt es ein "Nonencornett" zu hören??? Auf der Orgelfahrt der Thurgauer Kirchenmusiker nach Konstanz!

Bei der Ausschreibung wünschte sich Bruno Sauder eine Gruppe von maximal 25 Personen; 35 meldeten sich an, 6 wieder ab, 4 kamen nicht - perfekt! Bei angenehmen "Sommerwetter" machten wir uns am 28. April 2007 auf den Weg, um Orgeln, Kirchen, Stadt und Geschichte von Konstanz kennenzulernen. Und obwohl Konstanz für uns Thurgauer vor der Haustür liegt, gab es Neues zu entdecken.

Begleitet von Kurt Lang, einem waschechten Konstanzer, besuchten wir zunächst die neu renovierte Dreifaltigkeits- oder, wie sie neu genannt werden soll "City"-Kirche mit ihren 3 Altären aus der Innerschweiz. Unser Stadtführer wusste unglaublich viel zu berichten; er erzählte von Mönchen und Nonnen, von Kaisern, Königen und Königinnen, Weberinnen und Hübschlerinnen, Päpsten und Kardinälen, Soldaten und Generälen, der Gestapo, von Kriegen und Handel, vom Konzil und der Reformation.

Unterdessen kamen wir zur Stefanskirche, wo uns Irene Roth-Halter "ihre" Orgel vorstellte. Die Partita über die Arie "Jesu du bist allzu schöne" von Georg Böhm nutzte sie, um uns die mannigfaltigen Klangfarben und Register vorzustellen. Die Orgel vereinigt alte und neuere Teile zu einem harmonischen, vielfältigem Ganzen: ein Teil des Gehäuses stammt aus dem 18. Jahrhundert, 13 Register aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und von 1997. Es ist die grösste, rein mechanische Schleifladenorgel in Baden-Württemberg.

Das Mittagessen genossen wir bei einem Glas badischem Rotwein im bekanntesten Gebäude von Konstanz, dem altehrwürdigen Konzil direkt am See. Danach ging's zum Inselhotel durch die "Niederburg" mit ihren engen heimeligen Gässchen zum Münster. Dort hatte sich Bruno Sauder unterdessen eingespielt. Er liess den vollen, warmen Klang der Klais-Orgel von 1955 durch den Kirchenraum brausen. Im Gegensatz zur rein mechanischen Orgel von Heintz Orgelbau in der Stefanskirche hat die Münsterorgel 1985 elektrische und elektropneumatische Trakturen erhalten. Der Prospekt stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert, die Prospektpfeifen sind aber nur noch Dekoration.

Anschliessend läutete das wunderschöne Geläute des Konstanzer Münsters den Sonntag ein. Begleitet von diesen Klängen machten wir uns nach einem reich befrachteten Tag auf den Heimweg.

Herzlichen Dank den beiden Verbänden ThOV und KKVT, die den Ausflug planten und organisierten. Konstanz ist eben immer wieder eine Reise wert!

PS: Das "Nonencornett" findet sich im Schwellwerk der Münsterorgel.

Béa Mory, Frauenfeld