für ChorleiterInnen und ChorpräsidentInnen von KKVT und VEKT

Eine Minigruppe von neun Leuten - inkl. Referenten - traf sich am Samstag nach Bettag in Weinfelden. Die Terminwahl war schlecht! Viele Chöre hatten ihre Chorreise auf diesen Termin gelegt. Nächstes Jahr werden wir uns wieder am Samstag vor Bettag treffen, das beschlossen wir gleich vor Ort! Schliesslich waren drei Vorstandsmitglieder des KKVT anwesend.

Nach der Begrüssung durch Béa Mory folgte ein Einsingen mit mehrstimmigen Rufen (Refrains) aus dem Repertoire von Lourdes, die leicht mit dem Chor einstudiert werden können. Im Gottesdienst kann die Gemeinde nach einigen Wiederholungen die Melodien problemlos mitsingen, die Verse können gesungen oder gesprochen werden. Wie in den bei uns sehr verbreiteten Taizé-Liedern, geht es auch in jenen von Lourdes darum, junge und alte Gottesdienstbesucher mit eingängigen Melodien am liturgischen Geschehen zu beteiligen.

Dann schwelgten wir mit Thomas Haubrich (Amriswil) in englischen Klängen, genossen den "Peppermint"-Stil und betrachteten die spezifisch englische Gestaltung von mehrstrophigen Chorälen und die Impulse, die wir für unsere Gottesdienste daraus übernehmen können: Wechsel Männer/Frauen, einstimmig/vierstimmig und zum Schluss eine majestätische letzte Strophe mit Ueberstimme und sattem Orgelklang. Wir schnupperten im neuen Freiburger Chorbuch II (Carus Verlag 2.035). Ein "Even-Song" - die anglikanische Variante einer Vesper kombiniert mit der Komplet - ist eine wunderbare Gelegenheit, eine liturgische Abendfeier intensiv mit Chormusik auszugestalten.

Zum ersten Mal war dieses Jahr ein Vertreter des VEKT (Vereinigung evangelischer Kirchenchöre im Thurgau) dabei. Daniel Walder kreiert für die evangelische Gemeinde in Weinfelden praktisch jedes Jahr ein eigenes "Oratorium". Er erklärte uns, wie er das zusammenstellt: z.B. "die Emmaus-Jünger": Zuerst sucht er aus den verschiedenen Evangelien und Bibelübersetzungen den geeigneten Text aus (Lukas 24, Zürcher Bibel). Der Bibeltext wird im Gottesdienst gelesen und/oder - wenn z.B. ein Kanon oder eine Liedstrophe vorhanden ist - gesungen ("Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten" - RG 462 "Christ ist erstanden" - "Herr bleibe bei uns" - "Christus ist auferstanden" - RG 512 "Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen"...). Die reflektierenden Einschübe (Arias) werden durch Gemeindechoräle (RG 466, 440, 506) abgedeckt. Eingangs- und Ausgangschor nimmt er diesmal aus dem Gloria von Vivaldi, gesungen vom Kirchenchor. Wir sind von dieser intensiven "Kirchenmusiker-Arbeit" sehr beeindruckt!

Während der Pause wird ausgetauscht, wieder einmal ums Chorsterben, um Finanzen und Fusionen diskutiert. Der KKVT plädiert für eine umfassende Kirchenmusik. Die Kirchgemeinde profitiert von einer Fachperson, die Orgel und Chor abdeckt und mit dem Seelsorgeteam zusammenarbeitet! (Wir verweisen auf den Beitrag "Wir sind am ZUG" in Musik & Liturgie 3/12).

Zum Schluss bringt uns Roberto Alfarè, der als Kirchenmusiker in einem Pastoralraum mit allen Altersklassen arbeitet, mit rhythmischen Liedern in Schwung. Er stellt uns Arrangements von Michael Schütz und aus dem Pop Chorbuch Carus 2.097 vor; dazu Bearbeitungen von Rise Up Liedern für Chor und Band vom KMV Bistum Basel (Bezug: www.kirchenmusikverband.ch). Die Band-Arrangements lassen sich auch mit Laienmusikern gut umsetzen.

Herzlichen Dank allen Referenten, die wieder einmal unentgeltlich zur Verfügung standen!
Béa Mory, Frauenfeld - Präsidentin des KKVT