In einem ersten Teil gibt es für die 15 hergereisten Kirchenmusiker/innen und Chorpräsident/innen praktische Anregungen. 

Singend nehmen wir Einblick in verschiedene Chorliteratur: Ein "Liechtblick" ist das neue Liederbüchlein für Kindergarten- und Unterstufenkinder, das uns nach einem kurzen Einsingen von Roberto Alfarè vorgestellt wird. Einfache, aktuelle und fast alles neue Lieder von zeitgenössischen Komponist/innen hat die ökumenische Kommission für Kinder- und Jugendchorarbeit da zusammengetragen. Sie sind vorwiegend in Schweizerdeutsch (regionale Anpassungen müssen allerdings selber vorgenommen werden) und die Gestaltung durch die Basler Illustratorin Lisa Gangwisch ist sehr ansprechend, dem Titel "Liechtblick" entsprechend hell, fröhlich, blumig.... (Rex-Verlag, Luzern).

Aus dem Carus-Verlag kommt immer wieder aktuelle, gut einsetzbare Chorliteratur für den Gottesdienst. Oft legt man die Prospekte zur Seite, da die Archive und Kästen bereits mit Notenmaterial randvoll sind. Bei genauerer Betrachtung müsste sich aber mancher Chor überlegen, ob er nicht doch das eine oder andere neu anschaffen möchte. (Da Noten für den Einsatz im Gottesdienst in der Schweiz kopiert werden dürfen, muss auch nicht unbedingt ein ganzer Chorsatz erworben werden.)

Im Bereich Psalmodie bringt das Freiburger Kantorenbuch (CV 19.075) neue, "wohlklingende, melodiöse" Modelle mit Orgelbegleitung, die mit relativ kurzer Probezeit einsatzbereit sind und neben den anspruchsvolleren Modellen vom Kreuzlinger Bruno Zahner und aus dem Münchner Kantorale sicher auch in unseren Gottesdiensten ihren Platz finden werden. Bruno Sauder, der uns einige Beispiele vorstellt und den Einsatz dieses Chorbuchs empfiehlt, bemängelt einzig, dass der Halleluja-Vers zu den jeweiligen Sonntagen fehlt.

Dann stellt uns Thomas Haubrich Chorsätze zu KG-Liedern vor. Die Texte sind teilweise neu, die Melodien und Sätze alt. Da gibt es z.B. einen neuen Credo-Text zur Melodie "Lobt Gott ihr Christen alle gleich..." (4-stimmer Satz von Michael Praetorius) oder einen Satz mit Überchor zu "Heilig bist du, grosser Gott" von 1993. Die Anwesenden geniessen es, für einmal ohne ausführliches Proben vierstimmig singen zu können - als aktiver Kirchenmusiker kommt man leider selten dazu, mit Kollegen im Chor zu singen. Die leichten mehrstimmigen Sätze aus dem Osnabrücker-Chorbuch (CV 2.091) sind aber auch mit einem weniger professionellen Chor in kurzer Zeit eingeübt und mit ein bisschen Kreativität lässt sich eine Liturgie gestalten, bei der Gemeinde, Priester, Chor und Kantoren musikalisch "zusammenspielen".

Nach einer kurzen Pause wird die Diskussion eröffnet. Zu reden gibt einerseits die finanzielle Situation einzelner Chöre, andererseits die Kooperation zwischen den Kirchenchören. Erwähnt wird auch eine Kirchgemeinde, die für die Jubiläumsfeier einen auswärtigen Chor für die deutsche Messe von Schubert "mietet", anstatt die Leute aus der Gemeinde zum Singen zu animieren. Ist der gemeindeeigene Kirchenchor heute zu teuer? Ist das Modell überholt?

Bemängelt wird, dass die Angebote des KKVT dieses Jahr vorwiegend im Herbst stattfinden. Bruno Sauder erklärt, dass eine bessere Verteilung vorgesehen war, später aber einzelne Kurse verschoben werden mussten.

Der KKVT möchte die Kirchgemeinden ermutigen, eigene Chöre zu führen und im Gottesdienst einzusetzen, auch wenn sie nur wenige ständige Mitglieder haben. Er möchte zu regionalen Projekten ermutigen, damit das Erlebnis des Singens in einem grossen Chor ermöglicht wird. Fachliche und finanzielle Hilfe kann beim KKVT angefordert werden. Wir bitten die Veranstalter quasi als Gegenleistung, dem KKVT einen kurzen Bericht über solche Projekte zukommen zu lassen.

Katholischer Kirchenmusikverband Thurgau
Béa Mory, Frauenfeld