Cantars Amriswil war ein Highligt in der Verbandsgeschichte des KKVT.

Die Chöre, die am 21. Mai 2011 in Amriswil dabei waren, hatten sich intensiv vorbereitet; musikalisch und visuell wurde Grossartiges geboten. Zwei Kirchenmusiker haben mit Ihren Chören eigene, neu komponierte Werke aufgeführt: Thomas Haubrich seine „missa festiva", die für das 100-jährige Jubiläum der Kirchgemeinde Amriswil 2011 entstand und vorgängig beim Besuch des Bischofs uraufgeführt wurde, und Erich Gagesch die „Jodlermesse zu Ehren der heiligen Gallus und Otmar".

Das OK hat den Konzerttag intensiv vorbereitet. Dank der grossen Unterstützung des Gesamt-OK des KMV konnten die Vorbereitungsarbeiten rechtzeitig erledigt werden. Das lokale OK hat seine Erfahrungen aus Konzerten in den beiden Amriswiler Kirchen einfliessen lassen. Trotz intensiven Bemühungen war die Vorschau in der Presse nicht im gewünschten Ausmass erschienen. Einzig die Oberthurgauer wurden erwähnt. Beim Forum Kirche gab es einen Wechsel in der Redaktion und dann wurde der neue Bischof gewählt – das führte dazu, dass der Hinweis auf Cantars Amriswil erst kurz vor dem Konzerttag erschien en ist. Bei der Sponsorensuche erhielten wir viele Absagen, aber auch namhafte Spenden von Privaten, von den Stiftungen der TKB und vom Lotteriefonds. Es wurde ein Tag der Chöre. Rund 1000 Zuhörer zählten wir im Verlauf der 13 Stunden. Diejenigen, die mehrere Konzerte besuchten, sind dabei mehrfach gezählt.

Eröffnet wurde der Konzerttag in Amriswil in der evangelischen Kirche. Der Gemeindepräsident von Amriswil Martin Salvisberg überbrachte Grüsse. Der evangelische Kirchenchor sang unter der Leitung von Willi Hausammann die Kantate „Alles was ihr tut" von Dietrich Buxtehude. Begleitet wurde der Chor von der Hausorganistin Natasa Zizakov. Der Weg zur Schwesterkirche wurde zum ersten Mal unter die Füsse genommen. Die Markierung der Wege mit roten und schwarzen Ballonen bewährte sich. Die Ticket-Kontrollen und der Verkauf an den Eingängen funktionierten bestens. Dank dem schönen Wetter war es auch nicht tragisch, wenn die Zuhörer einen Moment draussen warten mussten.

Um den Kirchenchor Hagenwil unter der Leitung von Ingeborg Kapl zu hören, waren die Hagenwiler in Scharen gekommen. Der Chor überraschte mit frisch vorgetragenen Liedern und einer veritablen Choreographie. Kathrin und Stefanie Germann begleiteten den a capella Gesang des Chors mit Flöte und Klarinette. Mehrere Hörer kamen nach einem ersten Konzert an die Kasse, zahlten drauf und tauschten ihren Einzeleintritt gegen einen Tagespass ein.

Dann wartete Frauenfeld mit der „Son of God –Mass" des Briten James Whitbourn (*1963) für Chor, Orgel, Saxophon und Solo-Sopran auf. Karl Paller dirigierte den Chor der St. Nikolauskirche und Emanuel Helg begleitete bereits den Chor seiner zukünftigen Dienstkirche.

Anne Zorell aus Ermatingen, die Ansprechperson des KKVT beim Kirchenrat, beehrte uns mit einem Besuch und einer kurzen Ansprache. Der Präsident des Kirchenrats Herr Hungerbühler aus Müllheim war ebenfalls zugegen. Der Chor von Bettwiesen wurde von einem Ensemble aus St. Gallen unterstützt. Béa Mory hatte ein Programm mit marianischer Musik zusammengestellt. Neben vierstimmigen Liedern für Chor und Vokalensemble erklangen das eindrückliche „Ave Maria" von Jaakko Mäntyjärvi und das meditative deutsche „Proprium zu Mariae Empfängnis" von Petr Eben. Christian Döhring, Organist an der Predigerkirche in Zürich, spielte auf der Orgel marianische Musik von Jean Langlais und eine Improvisation über das Salve Regina.

Dann strömten das Publikum zur Aufführung der Jodlermesse in die evangelische Kirche. Der Eschenzer Chor, der 2011 sein 100-jähriges Jubiläum feiert, unter der Leitung des Komponisten Erich Gagesch musizierte mit Alphorn und Solo-Jodlern und begeisterte das Publikum.

Unterdessen war das Bistro im UG der katholischen Kirche gut besetzt. Das Salatbüffet und die Köstlichkeiten aus der Patisserie fanden regen Absatz. Es wurde geplaudert und ausgetauscht. Die meisten hielt es aber nicht lange, sie wollten das nächste Konzert hören.

Der Kirchenchor von Müllheim hat Cantars intensiv mitgefeiert; der ganze Chor war am Eröffnungsgottesdienst in Luzern. Der Chor profitiert von den Beziehungen ihres Dirigenten Richard Oswald. Dieser bringt jeweils für wenig Geld ein ganzes Orchester mit Solisten zusammen und führt wenig bekannte barocke Werke auf. Wer kennt schon Franz Xaver Süssmeier, einen Zeitgenossen und Schüler (?) von W.A. Mozart? Antonio Vivaldi ist da schon besser bekannt.

Zeitgenössische Musik von Lorenz Meierhofer, sehr gefällig und eingängig, sang der Kirchenchor Fischingen . Urs Mäder dirigierte die „Missa Lumen".

Dann folgte wie jeden Samstag der Vorabend-Gottesdienst in der katholischen Kirche. Der Chor St. Stefan Amriswil liess zusammen mit Violine, Flöte und Blechbläsern die neu komponierte „missa festiva" von Thomas Haubrich erklingen. Nach exakt einer Stunde erhielt ich die Nachricht, der Gottesdienst sei zu Ende. In der evangelischen Kirche warteten wir das Eintreffen der Zuhörer ab.

Dann musizierten die Sängerinnen und Sänger aus Weinfelden zusammen mit ihrem scheidenden Dirigenten Franz Feldmann, Solisten und Orchester u.a. die „Messe mit dem Schweizerpsalm" von Pater Alberik Zwyssig – es war beeindruckend!

Eine Orchestermesse von Franz Gleissner folgte mit dem Kirchenchor von Bischofszell geleitet von Paul Steiner.

Steinebrunn überraschte mit einer Reihe von Hallelujas. Josy Grimm hatte Melodien aus verschiedenen Epochen zusammengestellt. Den Abschluss bildete ein Potpurri, in dem auch das berühmte Halleluja aus dem Messias von Händel anklang.

Roman Lopar brachte neben dem Kirchenchor Romanshorn auch noch den Sängerbund mit. Dieser Männerchor setzt sich vorwiegend aus Bahnangestellten zusammen und wird von Rolf Schädler geleitet. Begleitet von zwei hervorragenden Organisten – Jonas Herzog, Organist in Wettingen, und Andrea Kobi , Organistin in Regensberg und Bremgarten, – sang der ca. siebzigköpfige Chor die Messe fis-moll von Charles M. Widor. Zwei weitere Werke von Philippe Bellenot und Louis J.A. Lefébure Wély wurden in der Schweiz zum ersten Mal aufgeführt.

Zum Schluss hörten wir die Schola gregoriana Arbon unter Dieter Hubov und dazwischen klanggewaltige Improvisationen des Hausorganisten Thomas Haubrich.

Nach Mitternacht sassen wir noch im Bistro und liessen den Tag bei einem guten Glas Cantars-Wein ausklingen.

Das Gesamtprojekt cantars aus Anlass des 125-jährigen Bestehens des KMV hat die Chöre im Bistum Basel herausgefordert; es hat viele Leute bewegt und begeistert. Unser neuer Bischof Felix Gmür hat den Eröffnungsgottesdienst in Luzern geleitet und ist für unsere Anliegen sehr offen. Der Fonds für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wurde geäufnet und wird bereits bei der nächsten Solothurner Kirchenmusikwoche Unterstützungsbeiträge leisten können.

Einen Fotorückblick auf den Amriswiler Konzerttag finden Sie einerseits auf der cantars-homepage www.cantars.org andererseits auf der Homepage des KKVT www.kkvt.ch

Herzlichen Dank an alle Mitwirkenden – besonders meinen Kolleginnen und Kollegen im OK und dem Kirchenchor Amriswil mit den freiwilligen Helfern!

Béa Mory, Projektleitung Amriswil

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